Kalkfarbenfilter 2014

Vorrichtung zum Filtern von Naturkalkfarben

Carlo Vagnières bat mich Anfangs 2014, für seine Naturfarbenfirma natuerlichrenovieren.ch in Aeugst am Albis, eine Vorrichtung zu entwickeln und zu bauen, welche zum Filtern von Naturkalkfarben dienen sollte.

 

Sie verwendeten dazu eine Art Strumpf, wodurch die Farbe geseiht wird. Das dauert aber um die fünf Tage, bis so ein 500 l Fass gefiltert ist. Zudem muss der Vorgang kontinuierlich überwacht werden – der Fasshahn des oberen Behälters muss je nach dem geöffnet oder geschlossen werden, etc. Sie meinten, irgendeine Art Schüttler wäre da von Vorteil… Da hatten sie natürlich recht – aber ich glaubte, es bestehe die Gefahr, dass sich im Filterstrumpf die Rückstände am Grund verdicken würden und die Maschen verstopfen.

 

Dann musste der Strumpf durch Rühren wieder durchlässig gemacht werden. Eine allzu komplizierte Maschine kam auch nicht in Frage – weil das Budget begrenzt war. Beim Hin- und Herdenken fiel mir ein Betonvibrator ein. Der rüttelt nun ja doch einigermassen intensiv, wie man hört, wenn man an einer Baustelle vorbeigeht, wo sie grad Beton stampfen… Ich kaufte ein solches Gerät, schweisste aus Edelstahl einen Korb, der den Filterstrumpf aufnehmen sollte. Beim ersten Test zuhause ging zunächst gar nichts, d.h. die Schüttelflasche summte leise, vibrierte aber nicht. Ich las also nach einer Weile doch noch die Bedienungsanleitung dazu – und erfuhr, dass man die Flasche heftig auf den Boden aufschlagen müsse zum Anfangen.

 

Ohne grossen Glauben schlug ich mit dem Kunststoffhammer an die Flasche – und sprang sofort zum Ausschalter des Motors: Sie tanzte vor Vibration! Dann liess ich das Ding eine Weile vibrieren, angeflanscht an meinen Korb – binnen 30 Sekunden waren schon vier Schweissstellen in Stücke vibriert! Nach dem zweiten Test mit der echten Farbe baute ich den Korb viel massiver nochmals, mit aus Edelstahl gefrästen Aufnahmen, Briden diesmal auch selbst hergestellt, Flachstücken zu Kreisen gebogen, Verstärkungen überall – so dass nichts mehr brechen konnte.

 

Das bewährte sich bis 2018 – wo ich dann den oberen Ring, von dem ich glaubte, der müsse ja nichts aushalten, auch noch durch Flachmaterial ersetzen musste (Siehe die letzten beiden Bilder), weil er in Stücken war. Insgesamt aber ist es ein Erfolg: Ohne Rüttler dauerte das Filtern fünf Tage – mit dem Rüttler noch fünf Stunden…

Carlo Vagnières

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