Mad Heidi - Special effects 2021

Horror - Props und Effekte

Mad Heidi – für den Film wurde ich angefragt um ein paar Spezialeffekte zu machen. Da ich für einen Horrorfilm «One-Way-Trip» seinerzeit schon mal Blut gepumpt hatte.

Nachdem ich mit den Regisseuren in Bern (Johannes Hartmann und Sandro Klopfenstein) gesprochen hatte, beschloss ich trotz magerem Budget mitzumachen.

Gedreht wurde in Bern Bümpliz in einer alten Fabrik oder an verschiedenen Locations.

Ich arbeitete, soweit er dazu Zeit hatte, mit Fabian Lüscher zusammen.

Für die Fondue-Szene pumpte ich Rauch mit meiner Rauchpumpe durch die (kalte) Pseudo-Käsemasse, so dass es blubberte und durch den Nebel heiss aussah. Fabian fabrizierte eine Masse, die sehr normalem Fondue glich. Leider stellte sich dann heraus, dass Mehl und Wasser, was er als Grundmasse verwendete, ein hervorragender Leim darstellte. Der Schauspieler war sehr aufgebracht..

Mir war bloss wichtig, dass alles aus Naturmaterialien bestand, weil der Schauspieler ja etwas in den Mund bekommen konnte..

Nachher arbeiteten wir mit Yoghurt weiter, wie bei meinen ersten Vesuchen. Das sah etwas weniger echt aus, war aber abwaschbar.

Den Fonduewagen schweisste ich auch noch, weil keiner mehr vorhanden war.

Für eine Szene in der Käsefabrik musste der Schauspieler von einer Balustrade stürzen – nachdem ein Dampfstrahl ihn angeblasen hatte. Ich nahm meinen stärksten Seitenkanalverdichter mit und die grosse Rauchmaschine. Assistenz hier: Julia Morf.

Zudem musste derselbe Schauspieler noch ordentlich kotzen, weil ihm Heidi soviel ich weiss Käse in den Hintern pumpte.. Siehe Versuchsfilme.

Weiter gab es an einer Berghütte, dass der Böse (Meili, glaub…) den Alpöhi erlegen wollte, dabei wurde auf dessen Schnapsfässer geschossen. Hier mussten Schnapsfontänen aus den Schusslöchern schiessen – was ich mit einer Pumpe, drei elektrischen Ventilen und cognacfarbenem Wasser bewerkstelligte.

Später auf der Alp musste der Alpöhi sich aus den glimmenden Balkenüberresten der Hütte freiwühlen, dabei musste sein zerfetztes Gewand rauchen. Ich hängte ihm eine kleine Rauchmaschine mit Funksteuerung um, das funktionierte gut. (Jemand erschrak sogar und rief: «You are burning!» als ichs das erstemal ausprobierte.)

In der Arena in Martigny im Wallis musste zunächst eine Catcherin leiden: Sie bekam einen Schlag in den Nacken, weshalb Blut spritzen musste. Ich baute eine Art flachen Becher, worin zwei dl Blut kamen, die dann durch Druckluft rausgejagt wurden. Darauf dann wurde der Riesenkämpfer von Mad Heidi kastriert, mit viel Blutgeplätscher… die Pumpe erfüllte diese Aufgabe. Ich hatte extra ein Gefäss mitgebracht, das höher als die Pumpe auf einem Stativ stand, so dass keine Probleme mit dem Blut-Ansaugen bestanden. Danach wurde der Kämpfer ja auch noch geköpft, so dass aus seinem übriggebliebenen Hals (den Fabian Lüscher gebaut hatte, inkl. 3-D-gedruckten Rückgratresten im Hals und auch unterm abgehauenen Kopf hängend) Blutfontänen schiessen konnten.

Im weiteren musste ich in Bern noch den gespaltenen Soldaten bedienen, da derjenige, welcher den gebaut hatte, keine Zeit dazu hatte. Das war ein Blutbad, obwohl ich noch anregte, dass wir (die Maskenfrauen Miriam Blank, Julia und ich) Abfallsäcke als Blutregenschütze anzogen.

Dort warf Mad Heidi auch noch einem armen Soldaten, der Handorgel spielte, dessen Instrument so heftig ins Gesicht, dass es seine Art hatte… Meine Aufgabe war, dass der Balgen des Örgelis zunächst zusammenblieb, dann, wenn der Soldat praktisch den letzen Hauch tat – nach unten aufging und ebenfalls ein letztes Mal Seufzte.

Da baute ich ein Elektromagnet ein, das ich zuhause vorbereitet hatte, ohne die Handorgel zur Hand zu haben. In Bern arbeiteten der Soldat (Thomas Schott) und ich nachts ein paar Stunden daran, bis es funktionierte. Er meinte, er sei froh, sei er nicht nur der Prop-Bauer sondern auch der Schauspieler – so könne er die Orgel perfekt an sein Gesicht anpassen..

Die Crew des Films war sowohl gut, wie auch angenehm! Ich hoffe, der Film wird gut…

2021