Regen Alderartstudio Barcelona 2020

Regen einrichten

Bernd Alder bat mich, in seinem Studio in Barcelona Regen einzurichten. (Er wollte einen Regenbogen haben..) In der Woche vom 22. bis zum 29. Januar 2020 flog ich hin – und zwar mit einer Hochleistungswasserpumpe im Gepäck. D.h. sie war nur dank der grossen Güte der Dame von der Airline Vueling dabei, da das Ding mit dem Militärsack, worin ich sie transportierte, etwa 33 kg schwer war und 30 kg sind eigentlich die Grenze. Ein Freund half mir mit dem Tram zum Flughafen zu gelangen – alleine wäre es doch ein bisschen hart gewesen.. Und die Dame drückte ein Auge zu, wie gesagt.

Bei der Landung in Barcelona tanzte das Flugzeug etwas durch die Luftlöcher – eine Frau ein paar Reihen hinter mir begann zu kreischen, sie hörte mit ihrem angsterfüllten Geschrei nicht mehr auf.. So dass ich mich nach einer Weile fragte, ob sie nicht vielleicht mehr Informationen über unseren baldigen Absturz hätte, als z.B. ich und die meisten anderen Passagiere – so überzeugend wirkte ihre Panik.

Der Pilot aber verstand sein Geschäft und wir kamen an. Ich ging sogleich zu der Gepäckausgabe, wo die Spezialgepäcke rauskommen sollten – schliesslich war meine Pumpe sowohl riesig wie auch sauschwer. Zudem, das hatte ich vorsorglich bei google übersetzt, heisst Pumpe auf Spanisch: Bomba. Aber niemand fragte mich, was in dem Sack drin sei, kein Zollbeamter nahm Notiz von mir – obwohl ich alleine durch die Abschrankung kam. Ich hätte nicht spanisch geantwortet, nahm ich mir vor, sondern englisch. Die Pumpe erschien nie bei den Spezialgepäckstücken, sondern drehte einsam ihre Runden auf dem Gewöhnlichen Gepäckband, bis ich endlich dort vorbeikam auf der Suche..

Bernd holte mich ab und schon im Parkhaus stand alles unter Wasser. Es zeigte sich, dass Anlass zu Turbulenzen bei der Landung vorhanden war: Unwetter hatten Barcelona ausgiebig heimgesucht. Und ich kam, Regen zu bringen!

Da ich erfahren hatte, dass es in Barcelona auch ein Bauhaus-Handwerkerwarenhaus gab, nahm ich naiv an, das hätte dasselbe Angebot, wie in Zürich oder Deutschland. Es waren Schläuche, Briden, spezielle Kupplungen, Düsen für Pflanzenbewässerung etc. nötig, was ich alles natürlich nicht mitgebracht hatte.

Es fehlte an all diesen Dingen, wie sich zeigte. Pflanzenbewässerungszubehör gabs nur ein bisschen, also nicht ganz genug; die von mir immer verwendeten Kupplungen, welche ich an die Pumpe bereits angebracht hatte, überhaupt nicht.

Zwei Tage später fanden wir ein spanisches ähnliches Modell, sehr teuer. Bernd kaufte, was es gab – aber wieder zuwenig. Also fuhren wir zu einem Profigeschäft, welches diese Kupplungen führte.

Es fügte sich, dass diese Kupplungen – einfach nicht dicht waren!

Ein Katalog, den ich zufällig herumliegen sah, schien erfolgversprechend: Also fuhren wir am nächsten Tag in den Bricomart, wo es endlich alles, aber auch ausnahmslos alles gab, was sich ein Handwerker- oder einfach: Männerherz erträumen mag. Sogar meine üblichen Kupplungen – so billig, wie bei uns auch. Nicht mal Schläuche fehlten!

Wir hatten schon am Vortag Gummifolie gekauft, die ich noch nie gesehen hatte – schwarz, dauerhaft und dicht. Schien mir besser, als was ich in Zürich verwende…

Holzbalken für die Regenschlauchmontage gab es zuwenig, also war Basteln angesagt. (Langsam rückte das Ende meiner Barcelona-Woche näher..)

Abgesehen davon, dass die Superpumpe noch einen Schlauch platzen liess, weil sie unter Volllast zu hohen Druck erzeugt, funktionierte am Ende alles…

Ronny briet wie zur Feier frisch von ihm gefangene Fische – ohnehin, gefüttert wurde ich so gut, wie nie sonst.

Einige Zeit später machten sie im Studio einen richtigen Versuch mit einem Auto – siehe Bilder und den zweiten Film.


Ronni, Bernd Alder

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